Antwort auf: Regelkonzept in der Schule

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Phedra
Keymaster

Hallo Sandra,
danke für deinen spannenden Beitrag. Tatsächlich erleben wir das Thema der „Regeln und Konsequenzen“ als sehr präsent.

Unser 1. Rat: Schmeißt alle Regeln über Bord, die ihr nicht kontrollieren oder einhalten könnt.

2. Rat: Die Durchsetzung der Regeln muss kontinuierlich erfolgen – nicht tages- oder personenabhängig

3. Rat: Sich nicht im Regelchaos verlieren. Weniger ist in diesem Falle mehr. Maximal 10 Grundregeln – lieber 5 – sollten ausreichen. Wenn diese konstant umgesetzt werden, erledigen sich viele Themen von selbst.

4. Die Frage nach dem „Warum?“ Ihr solltet eure Regeln begründen können. Steht jemand nicht hinter der Regel, wird er diese nicht oder nur halbherzig durchsetzen. Sollte ein Kind/Elternteil eine Diskussion über die Regel beginnen, ist es zudem gut diese erklären zu können.

5. Regeln werden im Konflikt nicht diskutiert, sondern eingefordert. Später dürfen diese natürlich in einem ruhigen Moment besprochen werden.

6. Was passiert bei Regelverstößen? Habt ihr passende Konsequenzen parat?

7. Haltung geht vor Regel! Es ist wichtig eine gemeinsame Haltung im Team zu haben. Wenn nur ein Kollege sagt „Ich würde es dir ja erlauben, aber die Regel ist leider…“ stellt dies das gesamte Regelwerk in Frage. Wenn schon der Lehrer nicht dahinter steht, weshalb sollte sich das Kind daran halten.

8. Verantwortung klären. Im Konfliktfall fühlen sich Menschen häufig unter Druck gesetzt und unsicher. Klärt daher die Verantwortung vorher. Wenn gegen eine Regel verstoßen wird: Wer meldet es? Wo? Wann und wie werden die Eltern benachrichtigt? Von wem? Wann und wie? wer spricht mit dem Kind? Wann und wie? Gemeinsam oder alleine? Wer hat was zu tun? Nehmt möglichst viele Personen in die Verantwortung – ihr steht als Team hinter euren Regeln und für eure Haltung. Es ist eine mächtige Botschaft, wenn Klassenlehrer, Fachlehrer, Sozialpädagoge, Direktor, Eltern, Nachmittagsbetreuung … vor dem Kind stehen und sagen: Mit deinem Verhalten bin ich nicht einverstanden.

9. Transparenz: Sorgt auf jeden Fall dafür, dass jeder eure Regeln kennt. Und das bedeutet mit eindeutiger Konsequenz und ohne ablesen, auch noch nach 3 Wochen! Unterschreiben ist eine Sache – kennen, umsetzen und bei Nachfrage beantworten/begründen können, eine ganz andere.

Nun ganz viel Spaß beim planen und umsetzen.

Es ist eine tolle Idee gemeinsam mit den Eltern, zum Wohle des Kindes, Regeln und Konsequenzen zu besprechen. So werden diese nicht auferlegt, sondern gemeinsam für das höhere Ziel, nämlich die Entwicklung des eigenen Kindes, durchgesetzt. Regeln dürfen vorher heiß diskutiert werden – nach Festlegung, jedoch nicht mehr. Auch wenn sich nicht alle einig waren. Intern darf diskutiert werden, nach außen müssen alle an einem Strang ziehen. Ihr dürft als Schule aber eine Basis an Regeln/Ordnung vorgeben, die nicht verhandelbar sind. So behaltet ihr die Führung über den Prozess. Ergänzungen und kreative Ideen sind natürlich willkommen.

Magst du euer Konzept vielleicht allen zur Verfügung stellen und hier hochladen? Das wäre sicher spannend.
Ganz liebe Grüße
Phedra